Aus Alt mach Neu…

Als dann irgendwann vorerst alle Rostlöcher gestopft waren und alles frisch lackiert war, durften wir uns endlich an den lang ersehnten Innenausbau machen. Begonnen hat dieser zunächst mit der wenig dankbaren Aufgabe des Isolierens. Diese wurde trotz des sehr praktischen selbstklebenden Isoliermaterials Armaflex bei dem T4 mit seinen vielen kleinen Ecken, Tiefen und doppelten Wänden zu einer klebrigen und kleinteiligen Angelegenheit, die wir mit gefrorenen Fingern an den vermutlich mal wieder kältesten Tagen des Monats hinter uns brachten – Timing ist einfach alles! Um gefrorene Finger auf unserer Reise möglichst zu vermeiden, verpassten wir dem Bus auch noch eine neue Standheizung (Autoterm Air 2d), die unseren Bus hoffentlich auch im winterlichen Kirgisistan noch zu einem gemütlichen Zuhause machen wird. Zur Beruhigung einiger kritischer Betrachter unseres Projekts gab es zudem einen neuen Auspuff-Endtopf, der nun nicht mehr durch Rostlöcher sondern durch seinen strahlenden Glanz die Blicke auf sich zieht. 🙂

Nachdem das geschafft war, konnten die Schreinerarbeiten losgehen. Sehr hilfreich waren dabei die Schablonen, die wir vom ursprünglichen Ausbau aufbewahrt hatten. So konnten wir die Maße der Bodenplatte, der unteren Holzverkleidung, der Küche, des Schranks und der Betten einfach übernehmen und sparten uns somit Zeit und Planungsarbeit. Die Schrägen und Abrundungen des Autos hätten wir zudem mit unseren begrenzten Erfahrungen und Mitteln sonst sicher nicht annähernd so gut übertragen können. (Unsere eigenständigen Versuche, etwa bei der Holzverkleidung des Hochdachs, unterstreichen diese Vermutung. 🙂 ) Als Orientierungspunkte für etwaige Abweichungen vom ursprünglichen Ausbau dienten die Rückbank, die sich zum Bett umklappen lässt, der drehbare Beifahrersitz und das ausklappbare Bett im Hochdach, die wir für unseren eigenen Ausbau übernommen haben.

Holzdübel, Scharniere, Schubladenschienen und Kopfzerbrechen bei den Längenberechnungen führten uns während der Holzarbeiten immer wieder vor Augen, weshalb der Schreinerberuf zurecht ein Ausbildungsberuf ist – etwas schief und krumm und an vielen Stellen durch Winkel und Holzstückchen ausgebessert stand der Innenausbau dann aber doch irgendwann – und plötzlich sah der rostige Transporter nach einem echten Camping-Fahrzeug aus.

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